Seit Sonntag dem 27.09.2026 gilt der neue Pflicht-Hinweis, ab Donnerstag dem 01.10.2026 kommt der Widerrufsbutton dazu. Was die Novelle im Gewährleistungsrecht von dir verlangt und wie du es in Shopify und WooCommerce ohne Drama umsetzt.

Das Gewährleistungslabel im Webshop ist seit Sonntag, dem 27. September 2026, Pflicht. Am 1. Oktober folgen der Widerrufsbutton und die Reparatur-Novelle. Verkaufst du Waren an Endkund:innen, ist dein Shop damit von drei Seiten gleichzeitig betroffen. Heißt im Klartext, du solltest heute noch einen Blick in Theme und Checkout werfen.

Unten findest du die Kurzfassung samt Klickpfaden für Shopify und WooCommerce. (Stand 29.09.2026, keine Rechtsberatung.)

Drei Neuerungen in vier Tagen, und Shopify liefert für den Widerrufsbutton keine eigene Lösung.

Was ändert sich beim Gewährleistungslabel im Webshop wirklich?

Die Novelle besteht aus vier Bausteinen, die zeitlich dicht aufeinander landen.

Der Gewährleistungshinweis (seit 27.09.). Das Verbraucherrechts-Änderungsgesetz 2026 setzt die EU-Richtlinie 2024/825 um. Händler müssen laut WKO einen EU-weit einheitlichen, unveränderbaren Hinweis zeigen, dass auf Waren ein gesetzliches Gewährleistungsrecht besteht. Er muss vor dem Kauf sichtbar sein, online etwa auf der Website und in der Bestellbestätigung. Die technische Grundlage ist die Durchführungsverordnung (EU) 2025/1960, inklusive QR-Code und Farbversion.

Das GARAN-Label (seit 27.09., nur bei Bedarf). Bietet der Hersteller eine kostenlose Haltbarkeitsgarantie von mehr als zwei Jahren auf das gesamte Produkt, brauchst du zusätzlich das GARAN-Label. Laut WKO gehört es auf die Produktseite, in die Checkout-Zusammenfassung und in die Bestätigungsmail, ergänzt um Garantiedauer, Marke und Modellkennung.

Der Widerrufsbutton (ab 01.10.). Shops brauchen eine Funktion „Vertrag widerrufen“, dann ein kurzes Formular, dann „Widerruf bestätigen“ und eine Bestätigung per E-Mail. Sie gilt laut WKO für Verträge, die nach dem 30. September 2026 geschlossen werden. Ursprünglich war der 19. Juni geplant, der Bundesrat hat den Start am 15. Juli 2026 mit dem Gesetz auf den 1. Oktober gelegt. Fehlt der Button, verlängert sich die Widerrufsfrist.

Die Reparatur-Novelle (ab 01.10.). Das Warenreparaturrichtlinie-Umsetzungsgesetz wurde am 27. Juli 2026 im Bundesgesetzblatt kundgemacht. Wählen Kund:innen im Gewährleistungsfall die Reparatur statt des Austauschs, verlängert sich die Gewährleistung laut WKO einmalig um ein Jahr, maximal auf drei Jahre.

27.09.Gewährleistungslabel
seit Sonntag Pflicht
01.10.Widerrufsbutton und
Reparatur-Novelle
+12 Mon.Gewährleistung nach
Reparatur, max. 3 Jahre
14 TageWiderrufsbutton muss
durchgehend erreichbar sein

Wer ist betroffen und wer nicht?

Betroffen ist, wer Waren an Verbraucher:innen verkauft. Das umfasst laut seo-küche Fachhändler ebenso wie Marktplatz-Verkäufer:innen. Für den Widerrufsbutton zählt jeder Fernabsatzvertrag über eine Online-Schnittstelle, also Webshop, App oder Konsole.

Nicht betroffen sind reine B2B-Verträge. Beim Widerrufsbutton sind außerdem Verträge ausgenommen, die nur durch individuelle Kommunikation wie Telefon oder E-Mail zustande kommen (WKO). Das Label gilt laut seo-küche nicht für rein digitale Produkte und Services. Alle Neuerungen der Reparatur-Novelle gelten nur gegenüber Verbraucher:innen.

Für Händler:innen gibt es hier Entwarnung. Die eigentliche Reparaturpflicht liegt bei den Herstellern, dann bei Bevollmächtigten und Importeuren. Du bist laut WKO nur dann Ansprechpartner:in, wenn du selbst Ware von außerhalb der EU importierst. Und sie gilt nur für Produkte mit EU-Reparaturvorgaben, laut KONSUMENT etwa Waschmaschinen, Geschirrspüler, Kühlschränke, Staubsauger, Fernseher, Smartphones und Tablets.

Warum trifft das KMU und große Marken gleichermaßen?

KMU haben selten eine Rechtsabteilung, dafür Plugins mit Standardeinstellungen. Konzerne haben Rechtsabteilungen, dafür fünf Shops, acht Sprachen und Produktdaten aus zwanzig Lieferantensystemen. Das „größte praktische Problem“ ist laut seo-küche bei beiden dasselbe, nämlich Garantiedaten der Hersteller, die unvollständig oder uneinheitlich ankommen.

Dazu kommt ein Social-Faktor. Wer über Instagram Shopping, Ads oder TikTok Shop Traffic auf Produktseiten schickt, verkauft dort auf einer Fläche, die jetzt Pflicht-Elemente enthält. Dein Design bekommt damit feste Leitplanken, denn das Label darf laut creeb weder umgefärbt noch an dein Design angepasst werden. Gewährleistung als „Vorteil“ zu bewerben ist übrigens ein typischer Fehler, denn sie ist gesetzlich.

Wie setzt du das in Shopify und WooCommerce um?

Diese sieben Schritte gelten unabhängig vom System.

  1. Betroffenheit klären. B2C-Märkte, aktive Sprachen und reine B2B-Kanäle auflisten.
  2. GARAN-Produkte erfassen. Pro Artikel Hersteller, Modell, Garantiedauer, kostenlos ja/nein, Vollabdeckung ja/nein dokumentieren.
  3. Offizielle Label-Dateien nutzen. RGB-Version, unverändert, QR-Code nicht austauschen (creeb).
  4. Gewährleistungshinweis prominent platzieren. Shop-Ebene, Checkout und Bestellbestätigung, nicht nur im versteckten Footer.
  5. Widerrufsbutton einbauen. Ohne Login erreichbar, während der gesamten Widerrufsfrist, mit E-Mail-Bestätigung.
  6. AGB und Gewährleistungsseite anpassen. Die Wahl Reparatur statt Austausch und die einmalige Verlängerung um ein Jahr abbilden.
  7. Alles testen. Mobil, alle Sprachen, Gast-Checkout und alle Zahlarten.

Shopify

Das Label baust du als globale Theme-Section oder App-Block ein. Für die Bestellbestätigung passt du unter Einstellungen → Benachrichtigungen die E-Mail-Vorlage an. GARAN-Daten pflegst du am besten als Metafelder pro Produkt. Im Checkout gilt laut creeb: Mit Shopify Plus setzt du eine Checkout-UI-Extension ein, in den Standard-Plänen hilft ein zusätzlicher Bestätigungsschritt unter Einstellungen → Allgemein → Bestellabwicklung. Teste Express-Zahlarten wie Shop Pay oder Apple Pay extra, sie überspringen oft den Warenkorb.

Beim Widerrufsbutton bietet Shopify aktuell keine native Lösung, im Help Center verweist der Anbieter auf Self-Service-Retouren und Storno-Regeln. Realistisch sind eine App (etwa mit Order-Anbindung) oder ein Eigenbau mit Shopify Forms und Flow.

WooCommerce

Am schnellsten geht es mit Germanized ab Version 4.1 oder German Market ab 4.0. Die Label-Optionen findest du in Germanized unter WooCommerce → Einstellungen → Germanized → Preisauszeichnung, dazu gibt es Shortcodes wie [gzd_legal_guarantee] oder [gm_legal_guarantee_label] (Webchaniker). Nach dem Update ist das Label standardmäßig deaktiviert, und beim Block-Checkout musst du die Blöcke manuell hinzufügen. Den Widerrufsbutton bringen laut easyRechtssicher Germanized, German Market oder Standalone-Plugins mit. Prüfe, ob Text und Fristen zur österreichischen Fassung passen, denn diese Anleitungen orientieren sich teils an der deutschen Rechtslage.

Bei der Umsetzung im Theme unterstützt dich unser Team aus Webdevelopment & Design.

Das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Seit 27.09.2026 brauchen B2C-Shops den einheitlichen EU-Gewährleistungshinweis, unverändert und vor dem Kauf sichtbar.
  • Das GARAN-Label kommt nur dazu, wenn der Hersteller kostenlos mehr als 2 Jahre Garantie auf das ganze Produkt gibt.
  • Ab 01.10.2026 ist der Widerrufsbutton Pflicht, sonst verlängert sich die Widerrufsfrist.
  • Wählen Kund:innen Reparatur statt Austausch, verlängert sich die Gewährleistung einmalig um 1 Jahr.
  • Reparaturpflicht liegt bei Herstellern, Händler nur bei Import aus Drittländern.
  • Shopify hat keinen nativen Widerrufsbutton, WooCommerce löst vieles per Germanized 4.1 oder German Market 4.0.

Häufige Fragen zur Gewährleistungs-Novelle für Webshops

01.Ab wann gilt das Gewährleistungslabel im Webshop in Österreich?

Der einheitliche Gewährleistungshinweis gilt seit dem 27. September 2026. Der Widerrufsbutton ist ab dem 1. Oktober 2026 Pflicht (für Verträge nach dem 30. September 2026), ebenso tritt das Warenreparaturrichtlinie-Umsetzungsgesetz am 1. Oktober 2026 in Kraft.

02.Muss ich als Webshop selbst Reparaturen anbieten?

In der Regel nein. Die Reparaturpflicht liegt primär bei den Herstellern, danach bei Bevollmächtigten und Importeuren. Als Händler:in bist du nur dann erste Ansprechperson, wenn du Ware von außerhalb der EU importierst.

03.Gilt die Novelle auch für B2B-Shops?

Nein. Die Neuerungen gelten nur gegenüber Verbraucher:innen. Beim Widerrufsbutton sind B2B-Verträge sowie Verträge, die ausschließlich per individueller Kommunikation wie Telefon oder E-Mail zustande kommen, ausgenommen.

04.Brauche ich das GARAN-Label für jedes Produkt?

Nein. Es ist nur nötig, wenn der Hersteller eine kostenlose Haltbarkeitsgarantie von mehr als zwei Jahren für das gesamte Produkt gibt. Es gehört auf die Produktseite, in die Checkout-Zusammenfassung und in die Bestätigungsmail.

05.Was passiert, wenn der Widerrufsbutton fehlt?

Die Widerrufsfrist verlängert sich, wenn der Button fehlt oder die Vorgaben nicht erfüllt. Er muss ohne Login erreichbar sein, während der gesamten Widerrufsfrist verfügbar bleiben und über ein Formular sowie die Schaltfläche „Widerruf bestätigen“ zu einer Bestätigung per E-Mail führen.

06.Gibt es für Shopify und WooCommerce fertige Lösungen?

Für WooCommerce decken Germanized ab Version 4.1 und German Market ab Version 4.0 das Label ab, Widerrufsfunktionen liefern diese oder Standalone-Plugins. Shopify bietet laut Fachquellen keine native Widerrufsfunktion, hier helfen Apps oder ein Eigenbau mit Shopify Forms und Flow. Das Label bindest du per Theme-Section oder App-Block ein.

Dein Shop ist noch nicht rechtssicher?

Wir prüfen Label, Widerrufsbutton und Checkout in Shopify oder WooCommerce, bevor es teuer wird.

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Olivia Ulbing-Sommeregger

Founder & CEO von oha! digital, living her best Digital Slay Era und AI-Enthusiastin. Olivia ist die Frau, die Unternehmer:innen dabei hilft, im digitalen Chaos nicht nur mitzuschwimmen, sondern richtig zu glänzen. Seit 2018 zeigt sie Unternehmen, wie man mit smarten Strategien und einer Prise „Out-of-the-Box“-Thinking echte Ergebnisse liefert – ohne Bullshit, aber mit ordentlich Impact. Was als Einfrau-Show begann, ist heute eine schlagkräftige 5-Frau Agentur. Ihr Motto? „Standardlösungen sind für Langweiler:innen – wir machen Marketing, das knallt.“

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