Alle reden über Social Media Trends.
Wir reden darüber, was wir 2026 bewusst nicht mehr machen. Jedes Jahr dasselbe Spiel, neue Plattformen, neue Features, neue „Must-dos“.Und irgendwo zwischen LinkedIn-Slides und Trend-Reports geht eine einfache Wahrheit verloren: Social Media scheitert selten an fehlendem Wissen.Es scheitert an fehlenden Entscheidungen. 2026 ist dafür ein ziemlich gutes Beispiel. Also was genau machen wir den jetzt nicht mehr?
Weniger Trend-Hopping, mehr klare Positionierung. KI als Standard, aber nicht als Ersatz für Markenidentität. Social Media wird stärker als Entscheidungs- und Suchraum genutzt.
Nein. Relevanz entsteht durch Passung, nicht durch Vollständigkeit.
Ja – aber nur, wenn es Teil einer klaren Markenstrategie ist und nicht isoliert gedacht wird.
Wir machen 2026 keinen Content mehr, nur um „präsent zu sein“
Einer der häufigsten Sätze, die wir hören:
„Wir müssen wieder aktiver werden.“
Was meistens gemeint ist: mehr posten.
Was fast nie gemeint ist: besser kommunizieren.
Wir machen 2026 keinen Content mehr, der nur deshalb existiert, weil ein Redaktionsplan eine Lücke hat.
Keine Postings ohne Aussage.
Keine Reels ohne Kontext.
Keine Kampagnen ohne Ziel, außer „man sollte halt“.
Nicht, weil Content tot ist – sondern weil belangloser Content Vertrauen zerstört. Langsam, aber sehr zuverlässig.
Wir rennen keinen Social Media Trends mehr hinterher, die nicht zur Marke passen
Ja, wir LIEBEN Trends. Ja, Trends funktionieren. Kurz. Und ja, Algorithmen mögen Formate, Sounds, Muster. Aber nur, weil etwas Reichweite bringt, heißt das noch lange nicht, dass es zur Marke passt.
2026 machen wir keine Trend-Adaptionen mehr, die erklären müssen, warum sie eigentlich Sinn ergeben. Wenn man es erklären muss, ist es meistens schon zu spät. Marken brauchen keine bessere Trend-Übersicht.
Sie brauchen den Mut, Dinge nicht mitzumachen.
Wir setzen Performance nicht mehr gegen Marke
Einer der größten Denkfehler der letzten Jahre: Performance oder Branding.
Als wäre das eine Entweder-oder-Frage.
2026 machen wir keine Performance-Kampagnen mehr, die kurzfristig funktionieren, aber langfristig alles verwässern.
Kein Messaging, das nur auf Klicks optimiert ist.
Keine Ads, die austauschbarer sind als der nächste Scroll.
Performance ohne Marke ist schnell.
Marke ohne Performance ist leise.
Beides getrennt zu denken, ist bequem – aber ineffizient.
Wir glauben nicht mehr, dass mehr Content das Problem löst
Wenn Social Media nicht funktioniert, lautet die Diagnose oft:
„Wir posten zu wenig.“
Unsere Erfahrung, meistens wird zu viel vom Falschen gepostet.
2026 ist nicht das Jahr von „mehr“.
Es ist das Jahr von zielgerichteter.
Klarere Aussagen.
Klarere Haltung.
Klarere Entscheidungen, wofür eine Marke steht – und wofür nicht.
Das reduziert Content. Und erhöht Wirkung.
Wir automatisieren nicht blind, nur weil KI es kann
KI ist 2026 selbstverständlich. Tools schreiben Texte, bauen Visuals, optimieren Kampagnen. Was sie allerdings nicht können: entscheiden, wie sich eine Marke anfühlen soll.
Wir setzen KI ein, wo sie Prozesse vereinfacht. Aber wir geben ihr nicht die Stimme der Marke. Denn KI verstärkt das, was da ist.
Wenn da nichts ist – verstärkt sie Leere. Sehr effizient sogar.
Was Social Media 2026 wirklich braucht
Nicht noch ein Feature.
Nicht noch ein Tool.
Nicht noch einen Trend.
Sondern Marken, die wissen:
-
warum sie kommunizieren
-
für wen sie sprechen
-
und was sie bewusst nicht sagen wollen
2026 ist meiner Meinung nach kein Jahr für Aktionismus.
Es ist ein Jahr für Entscheidungen.
Und ja, das ist unbequemer als ein neuer Redaktionsplan.
Aber es ist auch nachhaltiger. Und ehrlicher.
Olivia Ulbing-Sommeregger
Founder & CEO von oha! digital, living her best Digital Slay Era und AI-Enthusiastin. Olivia ist die Frau, die Unternehmer:innen dabei hilft, im digitalen Chaos nicht nur mitzuschwimmen, sondern richtig zu glänzen. Seit 2018 zeigt sie Unternehmen, wie man mit smarten Strategien und einer Prise „Out-of-the-Box“-Thinking echte Ergebnisse liefert – ohne Bullshit, aber mit ordentlich Impact. Was als Einfrau-Show begann, ist heute eine schlagkräftige 5-Frau Agentur. Ihr Motto? „Standardlösungen sind für Langweiler:innen – wir machen Marketing, das knallt.“


